Historisches         Die Chronik

Neidhartshausen  - Einst und Heute

 • 365 m  NN
 • 350 Einwohner
 • altes Rhönbauerndorf
ehemaliger Sitz der Grafen von Nithardishusen
denkmalgeschützte Dorfkirche
Fachwerkhäuserreihe mit historischem Ortskern
Taufstein (Heidnische Kult- und Opferstätte)
Ibengarten (ältester Eibenbestand Deutschlands)

Neidhartshausen ist ein altes Rhönbauerndorf, direkt an der Bundesstraße B 285,
zwischen Dermbach und Kaltennordheim.
 
Das Dorf war einstiger Sitz der Grafen(Edlen Herren) von Nithardishusen.
Ihre Burg wird 744 erstmalig in Verbindung mit einem Erpho von Nithardishusen
erwähnt.
Die Entstehung der Burg dürfte mit der Einwanderung der Franken in den
Grabfeldgau um 450 in Verbindung stehen.

 

Somit dürfte das Herrschaftsgeschlecht der Edlen Herren von Nithardishusen
eines der ältesten unserer Region sein.
 
Im Jahr 829 wird Nidhart, der als Begründer von Neidhartshausen gesehen wird,
zum ersten Mal genannt.
 
Die erste nachweisliche Erwähnung von Neidhartshausen wird auf das Jahr 956
datiert.

Vor der Burg des Adelsgeschlechtes, dessen Besitzungen schon 1214 an das
Stift Fulda gingen, ist nichts übrig geblieben. Man kann nur noch ahnen, wo sie
gestanden hat. Sie wurde damals wahrscheinlich aus Kalk- und Basaltsteinen
sowie aus Buchenstämmen errichtet.
 
Die Dynasten waren ein mächtiges Stammesgeschlecht. Sie waren dem Gaugrafen
unterstellt und trugen den Titel "Edle Herren". Die Besitzungen der Edlen von
Nidhardishusen" reichten vom Ulstertal über das Feldatal bis hin zum Rosagrund.
Dieses Gebiet sicherten sie mit vier Burgen und weiteren Befestigungsanlagen.
Die Hauptburg befand sich in einer Höhe von 560 Metern am Westhang des
Neuberges oberhalb des heutigen Dorfes Neidhartshausen. Die nächstgelegene war
die Burg Fischberg auf dem Höhn bei Diedorf. Die nördlichste Burg war die
Schöneburg auf dem Schorn bei Oechsen. Eine weitere Burg befand sich auf dem
Auersberg bei Simmershausen.
 
Die Adelsfamilie von Nithardishusen wird 1268 zum letzten Mal erwähnt.

Im Jahre 1631 hatte Neidhartshausen 59 Wohnhäuser. Die Einwohner betrieben
zu dieser Zeit neben Ackerbau auch die Holzschnitzerei. Neidhartshausen war
auch in die Kriegswirren von 1866 verwickelt, woran eine Inschrift an einem
der alten Fachwerkhäuser erinnert.

Beim Dorfbrand von 1868 brannten 4 Wohnhäuser sowie 14 Scheunen,
Stallungen und Nebengebäude nieder.
    
1880 sind in Neidhartshausen folgende Gewerbe ansässig:
1 Bauunternehmen, 1 Gaststätte, 3 Holzschuhmacher, 1 Mühle,
5 Pfeifenmacher, 1 Restaurateur, 1 Sattler, 1 Schmied, 2 Schneider,
1 Schuhmacher, 1 Stellmacher, 7 Weber.
 
1911 brannten bei einem weiteren Großfeuer 10 Scheunen.

 

1904 wurde die Wasserleitung in Betrieb genommen.

 

Den ersten Strom lieferte 1907 eine Turbine des Sägewerkes.

 

Heute stehen in Neidhartshausen 96 Wohnhäuser und das Dorf hat
341 Einwohner.

Die schlichte Dorfkirche im Mittelpunkt der Ortes wurde 1722 erbaut.
Über der Eingangstür ist das Wappen des Fuldaer Fürst-Abtes von Buttlar
zu sehen, zu dessen Regierungszeit der Kirchenneubau durchgeführt wurde.
Bis zum Neubau der jetzigen Kirche soll an gleicher Stelle schon eine kleine
Kirche gestanden haben, so etwa seit dem 16. Jahrhundert.


     größer Wappen des Fuldaer Fürst-Abtes von Buttlar

In unserer Kirche steht eine noch gut erhaltene und gepflegte Orgel die
1856 von Georg Markert, aus Ostheim, gebaut wurde. Es gibt nur noch
wenige Markert-Orgeln aus dieser Zeit, die so gut spielbar sind wie die unsrige,
die mit ihren etwa 500 Metall- und Holzpfeifen zahlreiche Klangmöglichkeiten
zuläßt.
    größer Altarraum mit Orgel
 
Im Kirchenschiff befindet sich auch eine sogenannte "Wochenstube" der Fleder-
mäuse. Hier ist es die des "Großen Mausohrs".
2001 erhielt die Kirchgemeinde Neidhartshausen Plakette und Urkunde der
landesweiten Aktion "Fledermausfreundlich" des Thüringer Ministeriums für
Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt.
 
                                                  Ausführliches zur Fledermaus-Wochenstube      
 
An der Kirche beginnt eine Reihe von sehenswerten, historischen Fachwerk-
häusern. Das älteste von ihnen ist 400 Jahre alt. Es wurde in der Zeit von
1598-1613 erbaut.
Ihm folgen dann noch 4 Häuser die 1650 erbaut und bezugsfertig waren.
                 
                Im Vordergrund Fachwerkhaus erbaut 1598

                 

                Die Chronik von Neidhartshausen - Zahlen und Fakten

                              Historische Karte 1857